Vereinstour 16.05.2014

Bei dieser dreitägigen Vereinstour stellte Ingrid Beyam einmal wieder ihr ganzes Können unter Beweis. Nicht nur, dass sie viel Phantasie hat und hervorragend organisieren kann, das wussten wir ja schon lange, nein sie kann auch das Wetter bestimmen. Die Woche vor unserer Fahrt war nämlich geprägt von den Eisheiligen. Also viel Regen und immer saukalt. Aber ab dem Tag unserer Abreise, am 16 Mai, hatte der Wettergott — oder Ingrid — den Schalter einfach umgelegt und so war die Sonne in den nächsten Tagen unser ständiger Begleiter.Die Vereinstour begann morgens mit einem gemeinsamen Frühstück im Hotel Bonprixin Brühl. Danach wurden wir von einem kleineren Bus der Firma Placke-Reisen abgeholt. Nun ging es flott auf die Autobahn Richtung Kreuztal. Der Name wird vielen nichts sagen, aber ein Stadtteil von Kreuztal ist Krombach mit einer Brauerei gleichen Namens und wer kennt die nicht! Genau da ging es hin, denn eine Brauereibesichtigung stand auf dem Plan. Hier konnten wir zunächst im Besucherzentrum etwas über das Unternehmen und deren Geschichte erfahren. Auf einer 180 Grad Panorama-Leinwand wurde dem Besucher anschaulich erklärt, warum das Unternehmen gerade hier seinen Standort hat und wie das Krombacher Bier entsteht.



Die wichtigsten Bestandteile wurden anschließend im Raum der Sinne nochmals hervorgehoben: das mineralstoffarme Wasser, welches aus den nahegelegenen Quellen kommt, der Siegelhopfen, ein Kulturhopfen, der nach vorgegebenen Kriterien angebaut aus dem bayrischen Hallertau angeliefert wird,die Braugerste, also bestimmte zweizeilige Sommergersten. Im Hause selbstwerden noch eigene Hefen gezüchtet, die vierte Komponente. Sie machteingezieltes Gären möglich. All das setzt natürlich ganz viel Fachwissen vorausund dem einen oder anderen von uns war die Resignation deutlich anzusehen: Nein,selber Bierbrauen wird mir nie gelingen. Das Leben ist ungerecht! Nach dieseranschaulichen Information ging es in die Produktionshallen. Hier konnten wirauf einer Fläche von 170 000 qm live erleben, wie Bier gebraut wird bis hin zurVerladung auf dem LKW. Der erste Aufenthalt war im Sudhaus. Hier wird die Würzein riesigen Stahltanks produziert. Früher standen hier Kupfertanks. Aber Kupfer kann oxidieren, Stahl nicht. Zudem ist Stahl stabiler. Von hier aus ging esdurch Räume, die mit einem Wirrwarr von Rohren durchzogen sind, die wohl alledorthin führen, wo die Abfüllung ist und die von Krombach ist die größteEuropas. Ein einzelner Mensch wird hier zur Ameise. Es war bombastisch! Im letzten Gebäude erlebten wir die Verladung, und die dauert bei einem großen LKW gerade einmal 20 Minuten durchschnittlich. 



Essind mehrere Straßen wie Einbahnstraßen vorhanden, die jedem Fahrer seinengenauen Weg vorschreiben. Mit riesigen Gabelstapler werden die LKWs beladen.Und dann heißt es nix wie weg, denn da warten schon die Nächsten! Nachdem wirso viel gesehen und erfahren hatten und unser Wissensdurst mehr als gestilltwar, kam der gemütliche Teil. Wir konnten endlich Bier trinken. War das eineFreude! Mengenbegrenzung? Nein, wo hat man das sonst? Manch Zuckerknöllchenlebte dabei wieder richtig auf. Wieder zurück im Bus gab Jürgen Mindt seinschauspielerisches Bestes, spielte den Weit-über-den Durst-Getrunkenen undhielt eine entsprechende emotionsgeladene Rede. Sein Motto: Leute ihr müssttrinken, schließlich sind wir "ne Karnevalsverein und kein Kegelklub.Heinz Rühmann mit seiner Feuerzangenbowle dagegen ist kalter Kaffee. Allein derkünstlerische Ausdruck! Das ist Jürgen! Von der Brauerei fuhren wir ein kurzesStück bis zum Gasthaus Kutscherhaus. Hier gab es ein umfangreiches Buffet. Sogestärkt ging es weiter zu unserem Zielort für die nächsten beiden Tage. Es warwie auch im letzten Jahr wieder in Nordhessen das HotelWellness-Gasthof-Nuhnetal in Rengershausen. Von dem Besitzer Uwe Dornseifwurden wir noch vor dem Eingang herzlich begrüßt. Der Rest des Tages bis zumgemeinsamen Abendessen stand zur freien Verfügung. Da Richard Zitarskieursprünglich diese Fahrt hatte mitmachen wollen, aber nun im Krankenhaus lag,rief Jürgen ihn per Handy an, um ihm in unser aller Namen gute Besserung zuwünschen. Um dies zu bewerkstelligen, musste er allerdings zu Fuß von Hessenzurück nach Nordrhein-Westfalen laufen. Hört sich gewaltig an, waren aber keinehundert Meter. Nach dem Abendessen kam von Ingrid der Vorschlag zu einer Wissensrally, bestehend aus viel Papier mit vielen Fragen aus unterschiedlichen Sachgebieten.Es wurden vier Gruppen je drei Personen per Los zusammengestellt. Es gab auchtolle Preise zu gewinnen. Die beiden letzten Gruppen bekamen ganz viel Schokolade, die ersten beiden besten bekamen noch mehr Schokolade. 



Jürgenversuchte, da er mit seinen Mitstreitern nur den dritten Platz erreichte,argumentativ das Ergebnis anzufechten und zu verbessern, aber wie in derSchule, nicht nur Kinder, auch Zuckerknöllchen sind da knallhart. Dabei kannman seinen Frust durchaus verstehen. Er hatte einen alten Mann in seiner Crew,dem er alles vorlesen musste, da dieser ohne Brille blind ist. Abgesehen vom Zeitverlust,den alte Menschen benötigen, um etwas zu begreifen. Und dann so ein Ergebnis!Nachdem das alles emotional überstanden war, sich die Gemüter wieder beruhigthatten und das ein oder andere Bierchen getrunken war, kam ein weiteresZuckerknöllchen-Mitglied zu uns. Es war Michael Penning. Er hatte an diesem Tagnoch ein mehrstündiges Seminar geleitet, und war nun froh, endlich wieder auf„normale" Menschen zu stoßen. Da wir alle von der Fahrt etwas müde waren,ging es an diesem Abend zeitig zu Bett, um für das gewappnet zu sein, was dernächste Tag uns bringen möge. Am nächsten Morgen wurden wir alle vomverführerischen Duft des Frühstücksbuffet angelockt. Mit leckeren Brötchen,Käse, Aufschnitt und einem guten Schluck Kaffee in aller Ruhe verspeist und getrunken, stand nun eine Fahrt zum Nationalpark Kellerwald-Edersee auf dem Programm.


Der Nationalpark ist ein Teil des Naturparks Kellerwald und liegt südlich des Edersees. Erist durch eine Verordnung der Landesregierung am 1. Januar 2004 miteiner Fläche von 5.724 ha zum Nationalpark erklärt worden. Seit 2011 ist dasBuchenwald-Gebiet des Nationalparks Teil der UNESCO-WeltkulturerbestätteBuchenwälder in den Karpaten und alte Buchenwälder in Deutschland. DerNationalpark ist geprägt von einem sauren und nährstoffarmen Boden und zeichnetsich durch eine äußerst für dieses Gebiet typische artenreiche Flora und Faunaaus. Hier kann die Natur wieder das sein, was sie ursprünglich einmal war. DerNationalpark ist frei von Besiedelung. Es gibt keine Forstwege, nur unberührteNatur. Er besteht überwiegend aus Altbuchenbeständen. In den klaren Bächenleben wieder Flusskrebse und Muscheln. Verschiedene Fledermausarten,Schwarzstörche, Uhus, Luchse, selbst Wildkatzen sind hier wieder heimisch. ImNationalpark-Zentrum kann man alles Wissenswerte über den Nationalpark erfahren.Ranger, also Angestellte, deren Aufgabe es ist, dafür zu sorgen, dass diesesGebiet irgendwann wieder Urwald wird, beantworten umfangreich die Fragen  der Gäste. Besonders interessant war zum Endeein 4D-Film. Hier kann man sich eine Vorstellung machen, welche Schönheit dieses Stück Erde zu bieten hat. 



Mitall diesen wunderschönen Eindrücken verließen wir das Nationalpark-Zentrum undfuhren zu dem Gasthof zur Mühle in Frankenberg-Schreufa. Hier zeigte uns derBesitzer Herr Böhle das Innenleben seiner alten Wassermühle. Die Nuhne hatfrüher die Mühle angetrieben. So konnten Baumstämme zu Bohlen geschnitten undgleichzeitig Weizen zu Mehl gemahlen werden. Gerade letzteres wurde vor Ortgezeigt, denn die Technik ist noch vorhanden, wenn sie auch nicht mehr genutztwird. Ein krönender Abschluss war anschließend ein gemeinsames Essen in einemalten Gewölberaum seines Gasthauses. Die anschließend aufkommende Frage, wo isthier die nächste Eisdiele, führte uns nun nach Frankenberg zum Eis essen,Schoppen, Bier trinken und Ähnlichem. Jürgen zeigte sich hier einmal wieder alsgute Seele des Vereins und rief Henriette Vitale an und gratulierte ihr mitunseren besten Wünschen zum Geburtstag. Wieder in unserem Hotel angekommenblieb noch etwas Zeit bis zum Abendessen, die jeder auI ­seine Weise nutzte.Beim Abendessen zeigte sich Michael Penning mit einer Spende  für den Verein äußerst großzügig.  



An diesem Abend teilten sich die Zuckerknöllchen in zwei Gruppen, eine, die passiv Sportbetrieb, denn es war das Pokalendspiel Bayern München gegen Borussia Dortmund angesagt, die andere machte aktiv Sport und kegelte. Es wurde an diesem Abendetwas später als sonst. Alle gingen müde zu Bett, wenn auch zuunterschiedlichen Zeiten. Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen. Uwe Dornseifmachte von uns allen zusammen noch ein Foto und verabschiedete sich von jedemvon uns persönlich. Die Rückfahrt ging Richtung Waldbröhl zum Landhaus Wuttke.Hier konnten wir noch einmal gemeinsam speisen und trinken. Jetzt lag nur nochein kurzes Stück Richtung Heimat vor uns.AmNachmittag erreichten wir Brühl. Jeder von uns wird sich später wohl einmalgerne an diese drei schönen, eindrucksvollen Tage der Vereinstour 2014erinnern. Man kann ohne Einschränkung sagen, unsere Schatzmeisterin IngridBeyam hat uns mit dem von ihr ausgedachtem Programm, ihrem Ideenreichtum undihrem Engagement, dies alles zu ermöglichen, ein paar sehr schöne Tagerealisiert.


 


 

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